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Thema: der Tod ist alltäglich

  1. #1

    der Tod ist alltäglich

    Der Morgen war kalt. Die Sonne schien warm durchs Küchenfenster. Sie machte sich einen Kaffee und las die Zeitung. Sie hatte noch Zeit, bevor sie zur Arbeit musste. Die Zeitung berichtete von Wirbelstürmen in Amerika und Hungersnöten in Afrika. Gelangweilt blätterte sie weiter, doch nichts besonderes wurde berichtet. Sie aß noch ein Stück Brot und machte sich fertig für die Arbeit. Sie ging zum Auto und fuhr in Richtung Stadt. Über die Schnellstraße, dann über die viel befahrene Kreuzung. Sie sieht den Krankenwagen zu spät, der aus einer Seitenstraße geschossen kam. Er traf ihr Auto genau in der rechten Seite und schleuderte sie auf die Gegenfahrbahn. Der entgegenkommende LKW konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte frontal mit ihrem Auto. Die größte Wucht schluckte die Knautschzone, doch als diese aufgebraucht war, bahnte sich die Wucht des Aufpralls weiter durch das Auto. Die Lenkseule schob sich in den Fahrerraum und verkürzte die Distanz zwischen Kopf und Lenkrad. Die Fußpedale trieb sich mit unaufhaltsamer Energie in den Fußraum. Die Airbag-Elektronik hatte eine Fehlfunktion und löste einen Bruchteil zu spät aus. Als die Trägheit die junge Frau los ließ, löste die Elektronik die Sprengladung aus und der Luftsack dehnte sich in einer Explosion aus.
    Der Morgen war kalt. Die Sonne schien warm auf die Welt.

    Er rauchte schon seit 40 Jahren. Mit 14 hatte er angefangen. Jetzt ist er 54. Er sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Seine Frau liest auf der Couch eine Zeitschrift. Wahrscheinlich irgendwas für die Frauen, denkt er. Immer diese Frauen.
    „Du Schatz, mach doch mal ein anderes Programm, das interessiert doch niemanden.“
    Und er schaltet um, obwohl es ihn interessiert hat, wie die Enten so leben. Aber das ist auch interessant.
    „Mach doch mal was anderes. Immer nur Fernsehen... Das ist doch Langweilig.“
    Frauenzeitschriften sind langweilig. Er macht den Fernseher aus und schaut aus dem Fenster. Die Sonne ging gerade hinter dem Horizont unter und das letzte Licht des Tages begrüßte die Dunkelheit der Nacht. Er steht auf, gibt seiner Frau einen Kuss und verlässt das Haus. Er fährt aus der Stadt zum alten Steinbruch. Und springt samt Auto in den Tod. Der präparierte Benzinkanister im Kofferraum lässt das Auto beim Aufschlag explodieren. Eine dicke, ölige Wolke steigt gen Himmel und schimmert bläulich im Licht des sterbenden Tages.
    Am nächsten Tag findet seine Frau den Abschiedsbrief.
    Geliebte Frau, ich habe Lungenkrebs im Endstadium. Der Arzt gibt mir noch etwa eine Woche. Die Schmerzen sind unerträglich. Ich liebe dich. Dein Mann.

  2. Nach oben    #2

    30 Jahre alt
    aus der wunderschönen Wein- & Sektstadt Freyburg/ U.
    626 Beiträge seit 11/2006
    liegen dir kurzgeschichten generell?
    die beiden find ich jedenfalls sehr gelungen.
    Deine bildhafte sprache gefällt mir ebenfalls und das ein thema angesprochen wird über das man meisten nicht so offen spricht.
    evtl. solltest du mal versuchen das ganze mit absätzen und so in eine andere form zu bringen, denn so liest es sich nicht besonders gut.
    ansonsten->super!

  3. Nach oben    #3

    27 Jahre alt
    217 Beiträge seit 01/2007
    mh stimmt >sushi< hat recht, das liest sich echt scheiße. aber trotzdem finde ich die geschichten gelungen...haben mich irgendwie zum denken angeregt...besonders die geschichte mit dme mann. leider macht man sich aber zu spät über solche sachen gedanken.
    ach rafft wohl eh keins was ich hier grad von mir geb....

  4. Nach oben    #4

    29 Jahre alt
    1.371 Beiträge seit 06/2006
    ich muss sagen, gut erzählt... dennoch wär es nicht schlecht, wenn du dicht so viele tempusfehler machen würdest. zumindest nicht solche:
    "Sie sieht den Krankenwagen zu spät, der aus einer Seitenstraße geschossen kam."

    das is irgendwie nervig. da gibts mehrere...
    aber sonst: topp!!

  5. Nach oben    #5
    freut mich, das es euch gefällt
    mal von einigen kleinigkeiten abgesehn.

    ja, ich schreibe gerne geschichten. eigentlich egal, was das ist. ich hab mir mal vor etlichen jahren gedanken über den tot gemacht und das sind die ergebnisse. hier sind die nur gelandet, weil ich nichts über den tod gelesen habe. sollte man viel mehr drüber reden, meiner ansicht nach.

    ja, das ist tatsächlich ein problem. das sagen mir ganz viele. mach absätze, schreib groß, achte auf die satzzeichen. ja, nein, vielleicht. ich bemüh mich, aber wenn ich was schreibe, dann schreib ich erst mal und dann lese ich es nicht noch mal. ist ne dumme angewohnheit.
    ja, ich hatte erst eine andere zeit dafür vorgesehn, hab das schnell geändert und, weils stimmiger schien, habe aber wohl ne menge übersehn. ich bin faul, bitte entschuldigt.

    hmm, ich post euch mal mehr geschichten selber schuld

    hagbart
    der erzählbär

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