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Thema: mal was von mir (nnf/noT)

  1. #1

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004

    mal was von mir (nnf/noT)

    Hallo,
    ich schreieb grad ne Geschichte, wür germe wissen, wie ihr das findet!
    nnf=noch nicht fertig, noT=noch ihne Titel


    Vorwort


    Rote und weiße, feine Linien verzieren meinen rechten Arm. Narben. Ich versuche nicht mal sie zu verstecken, ich trage sie ganz offen. Ich tage T-Shirts oder ärmellose Tops. Es bringt auch nichts im Sommer langarmige Tops zu tragen, es ist zu heiß.
    So können alle meine Linien sehen. Ich nenne es lieber Linien als Narben. Narben klingt hart, und gefährlich. Ich mag es nicht. Linien klingt ehe harmlos.
    Ich werde selten gefragt, woher das kommt. Viele ahnen es, aber keiner redet darüber. Kann ich auch verstehen, es ist nicht gerade das Alltagsthema. Aber wenn mich doch jemand darauf anspricht, läuft das so ab:
    „Was ist das an deinem Arm?“ – Fragt man mich.
    „Das kommt von einem Fahrradunfall “ – Antworte ich. Ganz einfach, und lächelnd. Ruhig.
    Und der (oder auch die) Fragende schüttelt den Kopf, fragt aber nicht weiter.
    Keiner fragt weiter. Alle glauben mir. Ich kann gut Lügen, ich schaue in die Augen und erzähle eine Lüge. Und das macht mir gar nichts aus, ich finde das OK. Wer will schon die Wahrheit wissen?!
    Ich erzähle sie auch nicht gerne. Aus zwei Gründen: Erstens, denken viele, ich bin verrückt. Der zweite Grund ist, dass es mir unangenehm ist. Wie gerne würde ich im Sommer über die Wiese laufen, den leichten Wund spüren und auch am rechten Arm keine Linien sehen, nur gebräunte, glatte, weiche Haut, aber es ist nun unmöglich
    Nur wenige wissen woher diese Linien kommen, wie es passiert ist, warum es passiert ist.
    Na ja, warum es passier ist, weiß eigentlich niemand so genau, nicht mal ich.

    Wenn ich mich an meine Vergangenheit denke, dann sind die Errinerung meist verschwommen, Es gibt nur einzelne, nicht immer zusammenhängende Szenen, an die ich mich scharf errinere. Ich sehe sie immer wie Filmstücke im Kopf, in meinen Träumen bzw. Alpträumen. Einzelne Filmszenen, manchmal sogar ohne Anfang und Ende.

    Bevor ich anfange über meine Vergangenheit zu schreiben, möchte ich etwas sagen:
    Ich erzähle die Geschichte so wie ich damals alles gesehen habe. An einigen Stellen wird das Geschehene stark von der Wirklichkeit abweichen, besonders wo ich über meine Wahrnehmungen der Umwelt schreibe. Als SVV’ler sieht man vieles anders. An manchen Stellen werde ich wahrscheinlich beides beschreiben, wie ich es damals sah, und wie es aus meiner jetzigen Sicht ist. Ich hoffe, das hilft dem Leser meine Innere Welt besser zu verstehen und auch mir, aus der Vergangenheit zu lernen um die Fehler in der Zukunft zu vermeiden. Manches wird sich sicher widersprechen und schwer nachvollziehbar sein, aber ich verlange kein Verständnis. Ich schreibe es für mich, um mein früheres Ich besser verstehen zu können. Ob andere meine Vergangenheit verstehen, steht bei mir an der zweiten Stelle.

  2. Nach oben    #2
    vip:oxy Avatar von Overkill
    aus over:kill wird killy der scape:goat
    6.724 Beiträge seit 12/2001
    Danke
    2
    „Was ist das an deinem Arm?“ – Fragt man mich.
    „Das kommt von einem Fahrradunfall “ – Antworte ich. Ganz einfach, und lächelnd. Ruhig.
    Und der (oder auch die) Fragende schüttelt den Kopf, fragt aber nicht weiter.
    Keiner fragt weiter. Alle glauben mir. Ich kann gut Lügen, ich schaue in die Augen und erzähle eine Lüge.
    ich finde, da hast du diese teils naive und teils überhebliche einstellung ("die wissen doch alle nicht, was das ist, denen kann ich nen huhn fürn pferd vormachen" etc) der svvler, wenn sie solche gespräche führen, richtig gut rübergebracht! die knappe antwort, die weiterhin kurzen, erzählenden sätze (keine fragt weiter. alle glauben mir. ich kann gut lügen). gut geschrieben!

  3. Nach oben    #3
    @Loreley

    Ich mag den Beginn deiner Geschichte

  4. Nach oben    #4

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    Danke

    ich werde morgen den nächsten Teil reinkopieren!

    (eigenltich habe ich von der Geschichte schon 7.Kapiteln geschrieben, aber nun ist mir aufgefallen, dass ich vieles vergessen habe, oder dass manches nicht richitg beschrieben wurde, deswegen werde ich alles neuschreiben/umschreiben müssen)

  5. Nach oben    #5
    vip:oxy
    aus |requiescat in pace |19.08.99 04.04.04 16.01.06|
    2.797 Beiträge seit 03/2003
    Bist nicht viel aelter als ich....

    Kann dem meisten nur beipflichten, wobei ich nicht oft geritzt habe.... Und wenn dann mit Schraubenziehern oder einfach ne Kippe aufm Arm ausgedrueckt.... Bei mir ists der linke Arm, der leiden musste.....

    Schoen, dass du einen Weg gefunden hast dich davon zu entfernen.... Ich muss erst noch definieren wohin ich ueberhaupt will bevor das geht...

  6. Nach oben    #6

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    1.Szene: Die Kälte um mich herum

    Ich kann mich errinern, wie ich im Klassenzimmer saß und nicht wusste, mit wem ich reden konnte. Da war nur eine Person, Sophie, aber auch sie war manchmal so komisch zu mir. Ich wusste nie, was ich über sie denken sollte. Sie war meine Freundin und gleichzeitig nur eine Mitschülerin, meine einzige Freundin und eine der ich kaum zu vertrauen wagte. Ich saß da, redete nicht immer mit ihr, schaute oft den anderen einfach nur zu.
    Sie standen in Cliquen, redeten und lachten. Besprachen ihre Pläne fürs Wochenende. Tauschten die neusten Klatschgeschichten aus und fühlten sich cool!
    Es ist einfach so: Wenn du eine Clique hast, dann bist du cool, denn in einer Gruppe fühlst du dich einfach stärker. Wenn du etwas nicht kannst, helfen dir die anderen, und andersrum genauso. In einer Gruppe ist jeder stark.
    Und ich saß außerhalb aller Grüppchen und fühlte mich nicht nur allein, sondern auch schwach.
    Eigentlich kann man auch alleine stark sein, aber nicht ich.
    Die Freundschaft zu meiner Ex-besten Freundin war weg, futsch, einfach nicht da, als hätte es sie noch nie gegeben. Mit ihr habe ich auch ein Teil von mir verloren. Es war eine offene Wunde, und zusehen, wie andere in Clique stehen, mit Freunden, war für mich wie Salzstreuen auf diese Wunde. Es tat einfach weh.
    Ich habe immer versuch sie zu ignorieren. Ich las ein Buch, kritzelte was im Block oder hörte Walkman.
    Im Unterricht war ich oft still, meldete mich selten. Wenn ich was falsch sagte, hatte ich das Gefühl, jemand lachte darüber. Ich hatte große Angst, vor der Klasse zu reden. Und ich hatte nicht nur Angst im Unterricht zu reden, ich hatte richtig Angst, überhaupt in die Schule zu gehen. Ich wollte es nicht und hasste dieses riesige Gebäude mit so vielen Räumen voller Kälte.
    Immer wenn ich mich der Schule nährte, bekam ich ein flaues Gefühl in der Magengegend. Ein Gefühl, als ob ich gleich gefoltert werde, gefesselt mit Drahtseilen. Schule war für mich ungefähr so was wie eine Folterkammer. Wie ein Alptraum, dem ich nicht entfliehen konnte.

  7. Nach oben    #7
    Du wirst immer besser...

  8. Nach oben    #8

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    danke

  9. Nach oben    #9

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    2.Szene: Der Wind aus der Vergangenheit


    Ich bin mit 10 Jahren aus Russland nach Deutschland umgezogen. Dass ich meine gewohnte Umgebung, Freunde und viele Verwandte zurücklassen musste, war nur das halbe Problem. Das andere was Deutsch! Ich musste außerdem oft Schule wechseln und hatte immer Probleme mit meinen Mitschülern, da ich die Sprache erst lernen musste. Sie fanden es lustig, mich was zu fragen und zuzusehen, dass ich nichts antworten konnte. Oder mir irgendeine Geschichte zu erzählen, ohne drauf zu achten, ob ich was verstehe oder nicht. Einmal ging Mobbing so weit, dass ich geschlagen wurde, als ich gerade mal zehn war. Aber ich verdrängte es, ich wollte das nicht wissen. Ich schaffte es sogar fast zu vergessen, aber nur fast.

    Als ich auf die Schule kam, wo alles angefangen hat (und wo ich jetzt immer noch bin) habe ich meine damalige beste Freundin kennen gelernt die mir auch beim Erlernen von Deutsch geholfen hat. Mit ihr war alles perfekt, ich hatte endlich jemanden! Doch ohne sie wurde alles auf einmal anders. Ich merkte schnell, dass ich mit keinem in meiner Klasse wirklich gut auskam außer Sophie, die eines Tages auf mich zugekommen ist und mit mir geredet hat. Noch ein paar Mädchen waren auch noch da, aber das war alles nur oberflächlich, und da ich ihnen nicht vertrauen konnte, sah ich sie nicht mal als Schulfreundinnen. Das Ereignis kam wieder hoch, und zwar sehr unpassend. Auf einmal wusste ich, was vor vier Jahren passiert ist.
    In einem Alptraum habe ich das wieder durchleben müssen, wie sie mich angeschaut haben, wie sie etwas gesagt haben, was ich nicht verstehen konnte. Die Fäuste dieses Mädchens, die Augen der anderen und ihre Stimmen die etwas sagten, was ich nicht verstanden habe, machten mir das Schlaffen zur Hölle. Und am Morgen wusste ich alles wieder, sah es den ganzen Tag und noch Monate später vor meinen Augen. So real, als sei das erst gestern passiert.
    Und ich merkte, dass ich wieder mal in der Klasse eine Außenseiterin war! So viele Menschen, die mit mir nicht geredet haben, die mich übersehen haben, die über mich gelacht haben, und nur eine auf meiner Seite. Ich konzentrierte mich auf die Mehrheit, die mir Angst machte. Unbewusst fürchtete ich mich davor, alles könnte sich wiederholen, bewusste fragte ich mich, was ich falsch mache, suchte die Schuld bei mir und zog mich damit immer weiter herunter.

  10. Nach oben    #10
    addicted
    oxy:gast
    an sich find ich deine Geschichte echt gut, weil man wirklich gut die Wahrheit erkennen kann und die Realität spürt. Trotzdem würd ich das ganze stellenweise nochmal überarbeiten, weil einige Zusammenhänge nicht so klar sind (du redest zB von deiner besten Freundin, und dann war sie nicht mehr da - aber warum?!)

  11. Nach oben    #11

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    addicted: Danke für dein Tip, ich hab das jetzt genauer durchgelesen und es stimmt schonw as du sagst. Ich wollte nicht so sehr auf meine damalige Freundin eingehen, aber ich merk, ich muss doch noch was dazu schreiben, sonst ist es zu unklar...


    "...Als ich auf die Schule kam, wo alles angefangen hat (und wo ich jetzt immer noch bin) habe ich meine damalige beste Freundin kennen gelernt die mir auch beim Erlernen von Deutsch geholfen hat. Mit ihr war alles perfekt, ich hatte endlich jemanden! Doch leider hielt die Freundschaft nicht ewig: Wir haben uns zerstritten. Sie jeden Tag in der Schule zu sehen, aber nicht mehr zu reden, machte mich fertig. Außerdem merkte ich schnell, dass ich mit keinem in meiner Klasse wirklich gut auskam außer Sophie, die eines Tages auf mich zugekommen ist und mit mir geredet hat. ... "

  12. Nach oben    #12

    36 Jahre alt
    9 Beiträge seit 10/2004
    3.Freund und Fremd

    Freundschaft und Fremdes lagen damals bei mir dicht nebeneinander. Alles was mit Fremdem was zu tun hatte, spielte bei mir eine wichtige Rolle, da ich umgezogen bin und sehr viel Fremdes und Neues (kennen) lernen musste. Und Freundschaft hatte bei mir auch eine besondere Bedeutung. Nachdem ich eine Freundin verloren habe, habe ich aufgehört, Freunde als etwas Selbstverständliches zu sehen. Ich dachte an diesen beiden Sachen gleich viel nach, was dazu führte, dass die Trennwand dazwischen immer dünner wurde. Ich dachte wie leicht es doch ist, dass Menschen, die du liebst, dir plötzlich Fremd werden und du dein ganzes Leben danach neu ordnen muss.
    Natürlich hatte ich damals auch andere Freunde. Es gibt niemanden, der keine Freunde hat. Doch obwohl ich die Wichitgkeit der Freunde erkannt habe, habe ich damals auch die Fähigkeit entwickelt, sie zu übersehen. Es fiel mir immer schwer, über meine Probleme und Ängste zu reden. Ich traute mich kaum, aber gleichzeitig verlangte ich von meinen Freunden, dass sie immer bei mir sein sollten. Wenn sie immer für mich da wären, hätte ich sie ausgesaugt, bis sie auch keine Kraft mehr. Bei manchen habe ich das sogar fast geschafft, was ich zurzeit bereue. Ich verlangte viel zu viel von ihnen…
    Natürlich habe ich das kaum jemandem gesagt, was ich wirklich wollte, es lief alles in meinem Kopf ab. Und da sie nicht so viel für mich da sein konnten, wie ich es mir gewünscht hatte, dachte ich, ich habe niemanden. Ich lebte wohl nach dem motte „Entweder alles, oder nichts“ Aber ich konnte nicht alles kriegen. Dafür drängten sich meine Nicht-Freunde immer mehr in meinen Kopf. Ich sah nur, wer nicht meine Freude waren, aber nicht wer mich mochte. So fielen mir immer mehr Menschen auf, denen ich egal war. Aus irgendeinem Grund, wünschte ich mir, sie wären meine Freunde, wahrscheinlich spielte der Drang haben alles zu wollen, wieder eine Rolle.
    Außerdem löschte mein Außenseiterdasein in der Klasse den Wunsch aus, beliebt zu sein und im Mittelpunkt zu stehen. Es waren 30 Leute, und nur mit einer war ich befreundet, mit ein paar konnte ich reden. Einerseits hasste ich alle, mit denen ich mich nicht verstand, anderseits wollte ich mich mit ihnen anfreunden. So kam auch der Gedanke, dass sie mich mögen sollten, was sie aber nicht taten.

    “…And it hurts to want everything
    And nothing at the same time
    I want what's yours
    And I want what's mine
    I want you
    But I'm not giving in this time … “[Michelle brach – Goodbye to you]

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